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| Die Toten in der Wassermühle von Yukito Ayatsuji Hardcover ISBN: 978 -3809028000 |
Gelungene Kulisse, aber zäh im Aufbau
Mit diesem Roman legt der japanische Autor Yukito Ayatsuji den zweiten Band seiner „Bizarre Häuser“-Reihe vor. Ein abgelegenes Anwesen in den Bergen, ein maskierter Hausherr und eine unheimliche Mordserie im Vorjahr bieten eigentlich die perfekte Kulisse für einen fesselnden „Locked-Room“-Krimi im Stile von Agatha Christie. Für mich war der Ausflug in das Mühlenhaus jedoch ein Erlebnis mit gemischten Gefühlen.
Ich kenne das erste Buch („Die Morde im Dekagonhaus“) nicht,
was beim Lesen aber überhaupt kein Problem darstellte. Die Geschichte steht für
sich allein und man benötigt kein Vorwissen, um der Handlung theoretisch folgen
zu können. Ein echtes Highlight war für mich die Gestaltung des Buches: Der präzise
Grundriss des Hauses sowie das Personenverzeichnis zu Beginn waren extrem
hilfreich. Ohne diese Orientierungshilfen verliert man in der verwinkelten
Architektur und dem Figurenkonstrukt schnell den Überblick.
Leider konnte mich die Umsetzung nicht durchgehend
überzeugen. Die erste Hälfte des Buches zieht sich in der Handlung sehr. Es
dauert lange, bis die Dynamik an Fahrt aufnimmt und echte Spannung aufkommt.
Erschwert wird der Lesefluss durch die Struktur: Die Erzählung springt ständig
zwischen verschiedenen Zeitebenen (der Gegenwart und den Ereignissen ein Jahr
zuvor) hin und her. Da diese Wechsel der Zeitebenen zudem in jeweils
unterschiedlichen Perspektiven geschrieben sind, wirkte der Aufbau auf mich
manchmal sehr verwirrend. Man muss sich beim Lesen stark konzentrieren, um
nicht den Faden zu verlieren.
Ein weiterer Kritikpunkt sind die Figuren. Obwohl es sich um
eine überschaubare Gruppe in Isolation handelt, blieb mir die Gesellschaft im
Mühlenhaus bis zum Schluss fremd. Die Beweggründe der einzelnen Charaktere
blieben für mich rätselhaft. Da ihre Motive, Emotionen und Handlungen oft nur
an der Oberfläche kratzen, fiel es mir schwer, eine Bindung zu ihnen aufzubauen
oder mitzufiebern.
Der Roman punktet mit einer atmosphärischen Kulisse. Wer
jedoch einen rasanten Krimi erwartet, muss viel Geduld mitbringen. Durch die
zähe erste Hälfte, die verwirrenden Perspektiven und die blassen Charaktere ist
der Roman für mich eher ein solider, aber stellenweise anstrengender
Rätselkrimi für Fans des klassischen Detektivromans.

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