Freitag, 31. Juli 2026

Sturm über Christiansø - von Michael Kobr

Sturm über Christiansø
Michael Kobr
MP3
9783844555769

Wohlfühlkrimi mit starkem Setting und wunderbaren Charakteren

Dies ist bereits der vierte Teil der dänischen Kriminalreihe um Ermittlungsleiter Lennart Ipsen. Auch diesmal wird man wieder auf die wunderbare Sonneninsel Bornholm entführt. Dies ist auch das besondere für mich an der Romanreihe, die ausführlichen und liebevollen Beschreibungen der Insel und der Menschen dort. Fühlt sich an wie ein kleiner Urlaub. In diesem Teil kommen noch die kleinen sogenannten Erbseninseln, die in der Nähe von Bornholm liegen als schöner Handlungsort dazu. Diese kannte ich vorher auch noch gar nicht.

Der Plot dreht sich diesmal um das Verschwinden der Umweltaktivistin Anna Steenberg, die gegen ein geplantes Großprojekt, einen gewaltigen Windpark vor der Küste, kämpft. Damit verbunden gibt es natürlich schon einige Verdächtige, die von ihrem Verschwinden profitieren würden. Als Leser erfährt man so auch einiges über die Konflikte, die diese Windparks auslösen. Ein interessantes Spannungsfeld zwischen Klimaschutz und Naturerhalt.

Daneben gibt es noch die zahllosen privaten Verwicklungen von Anna Steenberg, die Lennart und sein Team langsam aufdröseln. Obwohl diesmal eindeutig Lennart im Vordergrund steht und seine Kolleginnen eher Statisten.

Wie alle Bände der Reihe ist ein großer Pluspunkt, die Charakterzeichnung der Protagonisten, aber auch der Nebencharaktere. Sie wirken real und sehr menschlich mit all ihren guten und auch schlechten Eigenschaften. Es macht einfach Freude als Leserin dabei zu sein.

Dem Autor gelingt eine Balance zwischen topaktuellen gesellschaftlichen Konflikten einerseits und der gewohnt entschleunigten, skandinavischen Wohlfühlatmosphäre andererseits. Die stürmische Inselkulisse der Erbseninseln ist bildgewaltig beschrieben. Der Roman ein atmosphärisch dichter, clever konstruierter Regionalkrimi, der sowohl durch seine feine Figurenentwicklung als auch durch ein starkes Setting besticht. Nur manchmal muss der Autor aufpassen den eigentlichen Fall nicht zu sehr in den Hintergrund fallen zu lassen.


 

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